Gängige Praxis vor und auch nach der Heirat war die Eheprobe. Hierbei wurde die Braut von der Schwiegermutter geprüft, indem sie Handarbeiten anfertigen oder Küchenarbeiten verrichten musste. Der Bräutigam wurde unterdessen vom Vater der Braut auf Bibelfestigkeit geprüft.


Auch noch im 20. Jahrhundert war es üblich, beim Vater der Braut förmlich um die Hand der Tochter anzuhalten. Hierbei wurde der junge Mann an einem Sonntag zwischen 11:00 und 12:30 Uhr vom Vater des Mädchens empfangen und musste sich einigen wichtigen Fragen, wie Herkunft, Beruf und Vermögen, stellen. Wenn der Vater einverstanden war, fragte er, was seine Tochter von der Verbindung halte. Daraufhin betrat die zukünftige Braut den Raum und es wurde besprochen, wie die Verlobung bekannt gegeben und gefeiert werden sollte. Weiterlesen »


Der Brautraub hingegen war ein abgekartetes Spiel zwischen Braut und Bräutigam, die so die traditionellen Formen der Ehe für den Moment außer Acht ließen und hofften, günstige Bedingungen für die Verhandlungen über den Brautpreis zu schaffen. Weiterlesen »


In Zeiten vor Wodka und Werber wurden Frauen von Siegern geraubt, welches diese ohne Regeln und Gesetze für sich als Recht in Anspruch nahmen. So sollen sich die ersten Begründer Roms Frauen aus den benachbarten Bergen angeeignet haben, was als Raub der Sabinerinnen in die Geschichte einging.


Zustimmung oder Ablehnung konnte auch durch die Übergabe eines Brotes ausgedrückt werden, wobei ein in ein schwarzes Tuch eingewickeltes Brot ein Nein bedeutete, während ein weiß verpacktes Brot als Ja verstanden wurde. Manchmal erhielt der Werber zum Zeichen der Ablehnung auch eine schwarze Suppe zum Abschied.